Wie man offene Fragen schreibt, die Denken sichtbar machen

Wie man offene Fragen schreibt, die Denken sichtbar machen

Eine offene Frage lässt Lernende ihre Antwort selbst formulieren, statt aus vorgegebenen Optionen zu wählen. Dadurch sehen Sie nicht nur, ob Wissen vorhanden ist, sondern auch, wie Lernende erklären, verknüpfen und begründen.

Eine gute offene Frage ist keine unklare Aufforderung, möglichst viel zu schreiben. Sie hat ein klares Ziel, gibt genug Orientierung und macht die erwartete Qualität der Antwort erkennbar.

1. Legen Sie fest, was sichtbar werden soll

Entscheiden Sie zuerst, welche Denkhandlung Sie sehen möchten. Sollen Lernende erklären, vergleichen, begründen, ein Beispiel geben, eine Situation deuten oder eine Schlussfolgerung ziehen?

Ist diese Entscheidung unklar, wird die Frage zu breit. “Was denkst du über das Thema?” ist schwer zu bewerten. “Erkläre zwei Ursachen und gib zu jeder ein kurzes Beispiel” ist deutlich greifbarer.

2. Verwenden Sie ein klares Handlungsverb

Offene Fragen brauchen Richtung. Der Fragetext sollte sagen, was zu tun ist: erklären, vergleichen, begründen, mit Belegen stützen, Beispiele geben, deuten oder schlussfolgern.

Diese Verben formen die Antwort. “Beschreibe” kann funktionieren, aber oft führt ein genaueres Verb zu besseren Ergebnissen.

3. Geben Sie den nötigen Kontext

Überlegen Sie, welche Informationen Lernende brauchen. Wenn sie auf einen Text, ein Bild, ein Problem oder ein Szenario reagieren sollen, muss dieser Kontext klar sein.

Zu wenig Kontext führt zu Raten. Zu viel Kontext verdeckt die eigentliche Aufgabe. Kurz, relevant und direkt verbunden reicht meistens aus.

4. Klären Sie Umfang und Länge

Lernende wissen bei offenen Fragen oft nicht, wie viel sie schreiben sollen. Hinweise wie “in zwei Sätzen”, “mit einem Beispiel” oder “in drei Stichpunkten” machen Antworten fokussierter.

Das soll Denken nicht einschränken. Es macht nur die Erwartung sichtbar.

5. Planen Sie die Bewertungskriterien

Die Bewertung ist bei offenen Fragen der sensible Teil. Antworten können unterschiedlich aussehen, deshalb sollten die Kriterien vorher feststehen.

Eine einfache Rubrik genügt oft: korrekte Verwendung des Begriffs, klare Begründung, passendes Beispiel, verständliche Sprache und Bezug zur Aufgabe.

6. Notieren Sie erwartete Antwortpunkte

Ein vollständiges Muster ist nicht immer nötig. Die wichtigsten Punkte, die in einer guten Antwort vorkommen sollten, helfen aber sehr bei der Bewertung.

Ein kleiner Hinweis für Lernende kann ebenfalls sinnvoll sein. Er sollte nicht die Antwort verraten, sondern den Einstieg erleichtern.

7. Offene Fragen in TeinGo vorbereiten

Wählen Sie in TeinGo den Fragetyp offene Frage. Schreiben Sie die Aufgabe, ergänzen Sie Kontext oder Hinweise und notieren Sie im Erklärungsfeld die Kriterien für die Auswertung.

Die Frage kann einzeln genutzt, in ein Quiz eingefügt, als Arbeitsblatt vorbereitet oder als PDF geteilt werden. Prüfen Sie vor dem Veröffentlichen, ob Lernende klar erkennen, wie sie antworten sollen.

Kurze Checkliste

So wird eine offene Frage zu einem Werkzeug, das Denken sichtbar und bewertbar macht.

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